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Bisherige Ergebnisse

Warum Lehrerin oder Lehrer werden?
Eine Frage, der im Rahmen der PaLea-Erhebung nachgegangen wird, beschäftigt sich damit, warum man Lehrerin bzw. Lehrer werden möchten. In Abbildung 1 ist die Zustimmung der PaLea-Befragten zu verschiedenen Motiven, einen Lehramtsstudiengang zu wählen, dargestellt. Es wird deutlich, dass in erster Linie inhaltliche Interessen eine Rolle dafür spielen, den Lehrerberuf anzustreben. Der erzieherische Aspekt des Lehrerberufs ist am höchsten bei Studierenden des Grundschullehramts ausgeprägt, während fachliche Interessen vor allem bei der Entscheidung für ein Gymnasiallehramt eine Rolle spielen.

Desweiteren sind die meisten angehenden Lehrkräfte der Überzeugung, dass sie in ihrem späteren Beruf erfolgreich sein werden. Etwas geringer ausgeprägt ist die Studienwahlmotivation, die mit der Nützlichkeit des späteren Berufs – also etwa der finanziellen Sicherheit oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – zu tun haben. Das Vorurteil, dass ein Lehramtsstudium besonders einfach sein soll, spielt dagegen aus Sicht der Lehramtsstudierenden für die Wahl des Studiums kaum eine Rolle.

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass die Studienwahl vor allem interessengeleitet stattfindet, gleichzeitig aber auch nützliche Aspekte des späteren Berufs nicht aus dem Blick verloren werden.

Abbildung 1. Zustimmung zu Aspekten der Studienwahlmotivation für einen Lehramtsstudiengang (Kodierung: 1 = trifft überhaupt nicht zu; 2 = trifft eher nicht zu; 3= trifft eher zu; 4 = trifft völlig zu). Pädagogisches Interesse: Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, erzieherischer Aspekt des Lehrerberufs; fachliches Interesse: Interesse an den Inhalten der Unterrichtsfächer; Fähigkeitsüberzeugung: Glaube daran, eine gute Lehrerin/ein guter Lehrer zu werden; geringe Schwierigkeit: Glaube daran, dass das Studium einfach ist; soziale Einflüsse: Studienwahl wurde durch andere Personen nahegelegt; finanzielle Nützlichkeit: Verdienstmöglichkeiten und finanzielle Sicherheit als Lehrkraft; Freizeit/Familie: Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie angenommenes hohes Ausmaß an Freizeit.

Wer nimmt an PaLea teil?
Insgesamt nehmen seit der ersten PaLea-Befragung 6380 Studierende aller 13 Hochschulen teil. Ein Großteil der Studierenden (4792) befindet sich am Anfang des Studiums. Die übrigen Studierenden sind bereits in höheren Semestern (Masterstudierende bzw. Studierende höheren Semesters im Staatsexamen).

Bei den Studienanfängerinnen und -anfängern haben sich die neuen Studiengänge und -abschlüsse weitgehend etabliert, so studieren 72% in einem Bachelorstudiengang. Die PaLea-Befragten der höheren Semester streben zu etwa gleichen Teilen den Masterabschluss sowie das Staatsexamen an.

Die in PaLea erfassten unterschiedlichen Lehramtszugänge spiegeln die Vielfalt der Studienmöglichkeiten in Deutschland wider. Das bunte Spektrum erlaubt uns perspektivisch, dezidierte Aussagen über die Studienbedingungen in den einzelnen Zugangsmöglichkeiten zu machen. Es lässt sich zudem gut erkennen (s. Tabelle 1), dass ca. die Hälfte aller Studierenden der PaLea-Stichprobe den Zugang für das Gymnasium anstrebt.

Tabelle 1: Absolute Zahlen und Prozentangaben der Lehramtszugänge, aufgeschlüsselt nach Studienanfängerinnen und -anfängern und Studierenden höheren Semesters.

Wie sehen in Deutschland die Studienbedingungen aus, um Lehrerin bzw. Lehrer zu werden?
Eine erste Antwort könnte lauten: Sehr unterschiedlich! In der PaLea-Studie verfolgen wir das Ziel, diese Frage genauer zu beantworten. Über die Portfolios, die von den an der Studie beteiligten Hochschulen erstellt werden, erfahren wir, welche Modelle der Lehrerbildung es gibt, und wie sich diese im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Es zeigt sich, dass sich die einzelnen Standorte in ihren Studienplänen, Lehrangeboten, Prüfungsmodalitäten, praktischen Studienanteilen etc. eher voneinander unterscheiden als dass sie sich ähneln. Beispielsweise werden die Anteile der Fachwissenschaften, der Fachdidaktik und der Bildungswissenschaften für ein Lehramtsstudium von jeder Hochschule anders zusammengesetzt. Derzeit wird eine systematische Zusammenschau der verschiedenen Strukturen und Studienbedingungen erstellt. Langfristig ist geplant, die Daten der Studierendenbefragung mit den Ergebnissen zu den Studienbedingungen in Beziehung zu setzen. Dabei wird von Interesse sein, in wie weit die Angebote der Hochschulen von den Lehramtsstudierenden genutzt werden und wie sich ihre Entwicklungsverläufe vor dem jeweiligen Hintergrund gestalten.